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Elternzeit, zum Schluss.

So dass waren sie nun. Die drei Monate Elternzeit. Von Mai bis August. Das sind 90 Tage mit ein wenig Schlaf und viel Zeit für Duplo Bauen. Klar war es schön und wer das nicht macht hat von mir aus gesehen einen Vollschuss.

Als ich einmal in der Krabbelgruppe aushelfen musste und mich zwischen all die frischen Mütter setzen durfte und sie dann fragte „Na was machen eure Männer in der Elternzeit?“ kam ein „… die machen keine Elternzeit“. Klar, wir sind ja auch auf dem Land heraussn und ein Großteil der Damen hat das magische „Heiraten/Haus/Baby“ Ritual vollzogen und fährt die nächsten 100 Jahre brav nach Bibione. Da will ich mir kein Urteil bilden, obwohl, doch. Doof.

Diese Elternzeit lief langsam an, denn nicht alle Kunden konnten es ganz fassen dass der liebe Stefan jetzt wirklich nicht da ist und auch nicht seinen Laptop mit auf den roadtripp nach Schweden nimmt und manche bekamen Torschlusspanik und schoben noch jeden Auftrag den man sich erdenken kann rüber. Als Seelenheil Tipp sollte man einfach alle Arbeitsdaten in die Dropbox sichern um wenn wirklich alle Stricke reißen sollten sich auf alles zugreifen zu können. Hab ich nicht gebraucht, fast nicht, aber es hat mich sehr beruhigt dass ich es könnte.

Die Zeit mit dem Sohn, die Zeit mit der jungen Mutter, die Zeit einmal zu stoppen und mal die Lage zu überblicken. Wann hat man das schon. Manche nie, manche sagen es würde dann mit dem Geld nicht ausgehen. Aber nur wegen Geld auf wertvolle Zeit mit dem Sohn verzichten, das wird noch öfters vorkommen, nur heißt es dann regulär „Arbeit“ und nicht „verpasste Elternzeit“.

Schön wars, keinen Tag oder Stundemöchte ich missen. 

Die Motivation zu arbeiten ist zwar erst wieder am nachwachsen, aber das wird schon wieder, das kenn ich von mir schon.

36

Die Zahl 36 kommt logischerweise nach der Zahl 35 und ist einfach eins mehr. Trocken betrachtet. Jedoch bringt sie ein paar Neuerungen mit sich welche sich langsam einschlichen und nun da sind. Dinge wie Rückenschmerzen, schütteres Haar, Brille sind wohl eher die negativen daran. Schön daran ist aber die Zahl drei welche mit Erfahrung einhergeht und auch die Dreisamkeit beinhaltet. Zu dritt ist es einfach schöner.  Und ein tolles Frühstück kriegt man auch. 

Nun denn. 36. Ein wenig seltsam ist das Gefühl schon noch. Aber das soll sich ja verziehen. 

Danke für all die Gratulationen … ?

Mitsommer in Österbymo

Es ist Mitsommer in Schweden. 

Wir lesen in den Tag bis drei, weil um drei geht vorne die Feier los. Gleich bei uns beim Gasthaus. Eine etwa 400 Jahre alte Band spielt alte alte Lieder mit etwas Humpa und Düdeldü. Der kleine Baum wird aufgestellt, und dann wird drumherum getanzt. Eltern, Kinder, Babys und die Senioren. Alle Mädels haben schöne Kränze in den Haaren und es gibt Erdbeerkuchen und Kaffee. Matjes würde es auch noch geben aber wir hatten erst gegessen. Es ist schon schön diese Mitsommer Feier. Aber schwups nach 1,5h ist es vorbei und so schnell wie die ca. 250 Leute gekommen sind, sind sie auch wieder weg. Ich dachte das wäre mehr so ein Maibaum aufstellen wie bei uns, also Trachten Verein macht künstlich langsame Bewegungen um mehr Bier ausschenken zu können. Aber nein. Schade. 

Es bezieht sich und fängt ab 19 Uhr heftig zu regnen an. 

Joni ist auch net so ganz fit. Er kriegt wohl seine Zähne. Auserhaz er ein leicht entzündetes rechtes Auge. Wir vermuten dass der Wind am See Roxen zu heftig war oder er ein Sandkorn abbekommen hat. Wir beobachten das weiter streng. 

Von Gränna nach Österbymo

Österbymo. Wie kommt man auf einen solchen Namen? Naja, aber erstmal hinkommen. Und zwar so:

Erstmal das kleine Naturreservat von Gränna. Klein und fein, mit alter Mühle und Wasserfall. Romantisch. Und der Rolf, ein netter Rentner. Wir verweilen etwas am Strand und schauen den Fischen beim ausdemwasserhüpfen zu. Auf den Parkplatz kriegt Joni noch seinen Brei. Mit Heidelbeer versteht sich, weil wir sind ja in Schweden.

Weiter geht’s und zwar vorbei an wunderschönen Seen die in der Sonne glänzen. Das Ziel wäre der Campingplatz in Tranås. Wir fahren direkt rein, weil Schranke ja offen. Das war dem Rezeptionist dann aber gar nicht recht und er wies uns zurecht. Dann hatten wir gleich gar keinen Bock mehr und sind raus auf den Parkplatz zur Beratung gefahren. Während des uns beraten wohin, haben wir eine Grünspechtfamilie (Mutter und Junges) 5m vor unserem Bus gesehen. Ich bin ja nicht abergläubisch, aber immer wenn ich besondere Vögel sehe passiert was Gutes. So denn: Tranås Camping Fuck Off. Außerdem merken wir beide wie wir Mal eine Pause brauchen von Stellplätzen über 100 Plätzen. 

Richtung runter und rüber. Wir halten auf der 131 bei Ramfall auf den Aussichtsplatz, ratschen mit ner netten Gschmatzigen aus Freising und halten ein wenig am Ufer staad.

Wir beschließen noch ein wenig weiter zu fahren und uns demnächst mit neuen Vorräten zu versorgen. Jeder Stellplatz wäre uns gelegen, aber irgendwie ist hier nichts verzeichnet, obwohl sich meine galante Beifahrerin wieder um Kopf und Kragen mit Reiseführer und Handy recherchiert.

Also dann Österbymo. Das hat eine Coop (wie Rewe) und ein paar Meter vor dem Stadtschild auch einen kleinen Hinweis auf einen Campingplatz, der aber nicht wirklich irgendwo richtig verzeichnet ist. Ist mir jetzt egal was das sein soll, ich mag nicht mehr Bus fahren. Echt nimma.

Voi schee, 16 Stellplätze, 16€ mit Strom, wir die einzigen Gäste, am Waldrand. Herrlich. Ruhe. Brotzeit in der Abendsonne auf der Terrasse deren Holzdach mit Teer abgedichtet wurde. Ich liebe diesen Geruch.

Ich mache allein einen Waldspaziergang bei Abendsonne und summe „Schön ist der Wald wenn der Tag sich neigt“ Empyrium, Waldpoesie.

Joni richtet sich zum ersten Mal in den Stand auf und hat sehr stolze Eltern.

Von Roxen zum Vättern See

Wir verlassen diesen spießigen Campingplatz. Verena hat nachts noch zwei Rehe neben unserem Bus getroffen.

Über die Landstraße machen wir uns auf nach Vadstena. Dort liegt das alte Wasa Schloss welches wir uns geben wollen. Mächtiger Bau mitten in der Stadt mit gleich anliegenden Park, indem wir erst Mal frühstücken. Kaum wirft man dem einen Raben ein Stück Brot zu erscheinen ungelogen 18 weitere, die sich rund um unsere Decke platzieren. Ein bisschen wie in „Die Vögel“

Wasa Schloss hat sehr dicke Wände (5-6meter) und beherbergt ein Museum, was wir natürlich fett durchziehen. Hohe Räume, Wandteppiche, verwirrende Gänge und ein wenig Verkleiden.

In der Altstadt danach kaufen wir uns noch einen (Refill) Coffee und ein süßes Teilchen. Der Rabe neben uns ist besonderes frech und stibitzt den Rest des Teilchen direkt aus meiner Hand nachdem er es erst bei Verena versucht hat.

Wir verlassen Vadstena und fahren wieder abseits der Hauptstraße nach Alvastra da dort eine romantische Klosterruine rumlungert. Nichts wie hin. Ich mag ja alte Steine.

Danach noch ein Abstecher in den anliegenden Nationalpark, wo wir kurz unschlüssig sind ob wir uns nicht hier in der Jugendherberge für eine Nacht einquartieren sollen. …. Nein.

Weiter südlich den Vättern See hinunter, muss ich mich sehr über meine Kenntnisse im Autofahren ärgern. Dazu ein anderes Mal.

Wir steuern Gränna an. Das soll für seine Zuckerstangen bekannt sein. Tatsächlich baut der ganze Ort auf einen Zuckerstangen Hype auf. Campingplatz ist so lalaaa, bzw der uns zugewiesene Platz ist gleich neben den Klos und das wollen wir nicht. Also verschieben wir uns eigenwillig von 182 auf 205. 205 ist aber wie wir eine Stunde später merken reserviert. Also verschieben wir uns auf 205, was anscheinend auch reserviert ist, aber da die Rezeption nur bis 9 auf hat und es halb 9 ist, wird schon keiner mehr kommen. Stimmt.

Wir telefonieren noch nach Hause (Eigentlich nur Ines und Matthias, sonst geht ja keiner ran) und merken dann den Kaffee vom Nachmittag. Dann um ca 2 Uhr morgens fängt irgendwas an diesem Campingplatz zum piepsen an und piepst bis wir abreisen durch. Stört wohl keinen da 85% der Besucher hier das Geräusch wohl nicht mehr altersbedingt hören können. 

Hach. Wetter ist, wie daheim sehr warm, nur wir haben den abkühlenden Wind. Man gebe mir Sonnencreme.

Elchsichtung

Etwa 200m vor uns läuft auf der Hauptstraße um 10 Uhr vormittags ein schwarzer Schatten über die Fahrbahn. Eine Elchkuh.

Wir halten noch schnell an aber sie verschwindet im Wald. Huiuiuiui.

Schären bei Sankt Anna

Wir fahren weiter in den Norden. Ungefähr 70km von Gamleby gehts kurz vor Söderköpping rechts rein auf die SchärenHalbinsel auf der nach 25km Sankt Anna liegt. Das ist eine größere Kirche, umgeben von 6 Häusern und sonst nix. Also blöd wenn man keinen Proviant mehr dabei hat. Wie irgendwelche Touristen aus Trostberg. Also zurück nach Söderköpping, zu unserem geliebten ICA und einkaufen für drei Tage.

Zurück auf der Halbinsel nisten wir uns bei einem feinen Platz Skärgårdsbyn S:t Anna an der Küste ein. Traumhafte Lage.

Wir in Gamleby

Wir bleiben eine Nacht in Gamleby. Trinken Bier und Cola. Und warten bis es dunkel wird, was es eigentlich nicht wird. Deswegen bleiben wir lange wach und lesen. Schöne Aussicht. Nette Nachbarn. 

Fahrtplanänderungen

Wir fahren nun doch nicht nach Vimmerby. Weil das Pippi Land würde uns nach neuesten Informationen pro Nase 45€ kosten und wir glauben zwar dass das ganz nett wäre, aber wohl erst wenn Jona kapiert was eine Pippi ist und was Karlson wirklich auf dem Dach macht. 

Wir fahren jetzt Mal weiter die Küste hoch. Richtung Söderköpping.