Elternzeit, zum Schluss.

So dass waren sie nun. Die drei Monate Elternzeit. Von Mai bis August. Das sind 90 Tage mit ein wenig Schlaf und viel Zeit für Duplo Bauen. Klar war es schön und wer das nicht macht hat von mir aus gesehen einen Vollschuss.

Als ich einmal in der Krabbelgruppe aushelfen musste und mich zwischen all die frischen Mütter setzen durfte und sie dann fragte „Na was machen eure Männer in der Elternzeit?“ kam ein „… die machen keine Elternzeit“. Klar, wir sind ja auch auf dem Land heraussn und ein Großteil der Damen hat das magische „Heiraten/Haus/Baby“ Ritual vollzogen und fährt die nächsten 100 Jahre brav nach Bibione. Da will ich mir kein Urteil bilden, obwohl, doch. Doof.

Diese Elternzeit lief langsam an, denn nicht alle Kunden konnten es ganz fassen dass der liebe Stefan jetzt wirklich nicht da ist und auch nicht seinen Laptop mit auf den roadtripp nach Schweden nimmt und manche bekamen Torschlusspanik und schoben noch jeden Auftrag den man sich erdenken kann rüber. Als Seelenheil Tipp sollte man einfach alle Arbeitsdaten in die Dropbox sichern um wenn wirklich alle Stricke reißen sollten sich auf alles zugreifen zu können. Hab ich nicht gebraucht, fast nicht, aber es hat mich sehr beruhigt dass ich es könnte.

Die Zeit mit dem Sohn, die Zeit mit der jungen Mutter, die Zeit einmal zu stoppen und mal die Lage zu überblicken. Wann hat man das schon. Manche nie, manche sagen es würde dann mit dem Geld nicht ausgehen. Aber nur wegen Geld auf wertvolle Zeit mit dem Sohn verzichten, das wird noch öfters vorkommen, nur heißt es dann regulär „Arbeit“ und nicht „verpasste Elternzeit“.

Schön wars, keinen Tag oder Stundemöchte ich missen. 

Die Motivation zu arbeiten ist zwar erst wieder am nachwachsen, aber das wird schon wieder, das kenn ich von mir schon.