Der graue Januar

Ach es ist seltsam. Es fühlt sich an als wäre man auf der Stelle getreten. Als wäre man gerade aus einem Mathematik Test herraus und weiß dass man nicht optimal vorbereitet war. Ein ungutes Gefühl in der Bauchgegend. Als hätte man etwas versäumt ohne zu wissen dass es stattgefunden hat und jetzt fehlt es.

So fühlt sich der Januar bis jetzt an.

Ich zog mit meinem Büro um. Von fast heute auf fast morgen. Eigentlich waren es 3 Tage. Wehmütig hab ich die Plakate in meinem alten Büro in Stein von den Wänden getan, meinen ganzen Kram in ein paar Kisten gesteckt und alles nach Trostberg gefahren. Den Bus hab ich ausgeliehen gehabt, die 10 minütige Fahrt kam mir vor als wäre ich 3h nach Wien unterwegs und kanns schon gar nicht abwarten in Wien … ja was .. was zu tun. Geld zu verdienen? Nun Trostberg ist nicht Wien und ich bin manchmal ein realitätsfremder Kaspal.

Was mich so aus der Bahn geworfen hat sind eigentlich nur die Zahlen auf meinem Konto. Das is nicht viel. Denn es sind jetzt auch nicht die großen Summen die sich da bewegen, aber wenn man weiß dass man Rechnungen zahlen soll, das aber nicht kann, macht mich das ungemein unruhig. Ich mag keine Schulden. Ich hab nie Schulden. Jetzt hab ich sie und es stört mich in meiner sonst meineswissens doch recht ausgewogenen Lebensart.

Nun wie ist es so mit diesen Zahlen auf meinem Konto. Es sollte sich mehr tun, in Zukunft, weil sonst kann mans auch bleiben lassen, das ganze mit dem Selbstverwirklichen als toller Grafiker. Es sollte sich ca um 15000 mehr tun als 2017. Es sollten die nächsten Aufträge nicht nur dazu da sein, die Steuer und die Büromiete von 2017 zu begleichen, weil es heißt nachvorneblicken, weil das bringt mir Motivation. Diese fehlt im Moment etwas. Motivation und Schlaf. Und Sonne.

Soll man etwas von der total toll organisierten selbstständigen Freiheit eintauschen und es durch einen 15-20h Job in Zahlen konvertieren, nur um diese innere Unruhe zu beruhigen? Oder kriegt man doch noch einen schönen Auftrag welcher genau dieses Defizit ausgleicht?

Ich weiß nicht. Ich sollte es mit 36 wissen. Vielleicht sollte ich mit 36, ich weiß nicht, doch endlich mal etwas Klavier spielen können, damit es sich lohnt einen Synthie zu kaufen, mit Geld, welches ich verdiene indem ich das tu was ich gern und gut tu. Für mehr Geld.

Jetzt hab ich meinen Schreibtisch im vertrauten Copyshop aufgeschlagen. Beim Markus. Kenne ich schon seit Jahren und komm sehr gut mit ihm aus. Es ist gut so. Ich bin zufrieden, auch wenns noch ungewohnt ist.